Gestern untersuchten Experten der Kriminalpolizei das Fahrzeug, das in der Nacht zum Samstag gegen 1.15 Uhr in Flammen aufgegangen war. Da es in dem Bus gleich zwei Brandherde gab, ist sicher, dass es sich dabei um Brandstiftung gehandelt hat. Offenbar wurde bei dem Anschlag ein Brandbeschleuniger benutzt. Bei dem Feuer wurde die Inneneinrichtung des Fahrzeuges, das umgebaut werden sollte und zum Zeitpunkt des Brandes nicht zugelassen war, weitgehend zerstört.
Im oberen Bereich des Busses war man in den letzten Wochen offenbar dabei, in dem Bus Zimmer einzubauen. Die seitlichen Fenster in dem Bus wurden bei dem Umbau weitgehend entfernt, beziehungsweise abgedeckt. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Hochdeckerbus der Firma Volvo. Er soll aber nicht derjenigen Person gehören, die sich dort um die Einrichtung des neuen Bordellbetriebes bemüht.
Der Bus war auf dem Gelände des Hauses Neuffenstraße 11 abgestellt, in dem demnächst ein Bordell eingerichtet werden soll. Ein entsprechender Antrag liegt bei der Stadt vor. Danach soll zunächst ein Stockwerk mit Zimmern für den Bordellbetrieb ausgebaut werden. Bei dem Antragsteller handelt es sich dem Vernehmen nach um einen Geschäftsmann aus Konstanz. Rechtlich liegen laut Stadt die Voraussetzung für eine Genehmigung vor.
Zu besseren Zeiten war in dem Gebäude ein Betrieb untergebracht, der im Bereich der Druckvorstufe tätig war. Nach dessen Insolvenz stand das Gebäude einige Zeit leer, ehe es an einen Tuninger bei einer Versteigerung verkauft wurde, der dort eigentlich Wohnungen einrichten wollte. Das Problem an der Geschichte: Das Gebiet ist als Gewerbegebiet ausgewiesen und da sind keine Wohnungen zugelassen.
Jetzt soll dafür das Rotlichtmilieu dort ein Plätzchen finden. Ob der Brand des Busses und die Einrichtung des Bordells etwas miteinander zu tun haben, ist völlig offen. Zu Spekulationen, dass der Bus zu einer „Liebeslaube“ umgebaut werden sollte, bezog die Polizei keine Stellung. Der Strom für die Umbauarbeiten im Bus wurde auf jeden Fall aus dem Haus bezogen. Die Polizei hat noch keine Erkenntnisse darüber, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Objekten, der Rotlichtszene und dem Brand gibt. „Wir ermitteln in alle Richtung“, sagte gestern ein Polizeisprecher.
Der Eigentümer des Busses, der ebenfalls vor Ort war, gab keinerlei Auskünfte darüber, was er denn mit dem Bus vorgehabt habe. Er sagte lediglich, dass ihm mit dem Brandanschlag vielleicht jemand einen Streich spielen wollte. Von dem oder den Tätern, die den Bus in Brand gesteckt haben, gibt es bislang offenbar keine Spur.
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