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Dienstag, 06.09.2011:
Versuchter Mord im Rocker-Milieu kommt vor Gericht
Für zwei Molotow-Cocktails - im Februar geschleudert gegen das Clubheim einer rivalisierenden Rockergang, den Unites Tribuns, – haben sich ab 7. September acht Angeklagte im Alter von 19 bis 26 Jahren aus den Landkreisen Rottweil, Tuttlingen und Tübingen zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord in Tateinheit mit besonders schwerer Brandstiftung vor. Verhandelt wird vor der 1. Großen Jugendkammer des Landgerichts Rottweil.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass alle acht Angeklagten einer Rockergruppe im Kreis Rottweil und im Raum Stuttgart, den Black Jackets, zuzuordnen sind. Drei der Angeklagten seien Vollmitglieder.
Anfang Februar hatte es eine verbale Auseinandersetzung im Kreis Rottweil zwischen den Black Jackets und den United Tribuns gegeben. An diesem Streit waren einige der jetzt Angeklagten laut Staatsanwaltschaft beteiligt. Durch diesen Streit hätten sich alle Angeklagten erniedrigt gefühlt.
Am nächsten Tag hätten die drei angeklagten Black Jackets aus dem Landkreis Rottweil innerhalb der hierarchisch organisierten Gruppierung persönlich von den höherrangigen Mitgliedern - darunter auch ein Angeklagter - folgende Erlaubnis eingeholt: Als Reaktion auf die empfundene Erniedrigung solle das Clubhaus der anderen Rockergruppierung, das ehemalige Gasthaus Rössle in Hochhalden zwischen Lauffen und Bühlingen angezündet werden. Egal ob sich jemand in den Räumen befinde oder nicht. Anschließend hätten sechs der Angeklagten die Tat arbeitsteilig geplant und sich wenig später mit den anderen Angeklagten abgesprochen.
Sieben Angeklagte hätten den Anschlag auf das Tribuns-Clubheim bei Rottweil vorbereitet und dazu zwei Molotow-Cocktails hergestellt. Zwei der Angeklagten hätten die Brandsätze noch am selben Tag geworfen. Dabei sei ein Molotow-Cocktail durch ein Fenster in das Gebäude geflogen und habe den Fußboden in Brand gesetzt. Eine Person, die im Clubhaus war, konnte das Feuer löschen. Ein zufällig aufmerksam gewordener Polizeibeamter habe die ebenfalls brennende Eingangstüre gelöscht, so die Staatsanwaltschaft.
Die Hauptverhandlung im Landgericht Rottweil beginnt am kommenden Mittwoch. Insgesamt elf Verhandlungstage bis Anfang Dezember hat das Gericht angesetzt. Zu der Hauptverhandlung sind 24 Zeugen und drei Sachverständige geladen.
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