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Samstag, 10.04.2010:
Vergewaltiger ruft während der Tat Sex-Hotline an und fotografiert sich
Ganz in der Nähe stieg Norddeutschlands größter Karnevalsumzug. In einem Bordell in der Bruchstraße aber erlebte eine Prostituierte ein Martyrium. Zwei Stunden wurde sie vergewaltigt. Nach dem Täter sucht die Polizei seit gestern mit einem Phantombild.

Ein Ermittlungsrichter hat es zur Veröffentlichung frei gegeben, nachdem andere Fahndungs-Methoden nicht zum Erfolg geführt hatten. Der Abgleich der DNA-Spuren mit denen aus der Datei etwa habe ebenso kein Ergebnis gebracht wie die Suche im Polizei-Computer mit dem vom Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf angefertigten Phantombild, sagt Polizeisprecher Wolfgang Klages.
Das LKA Düsseldorf ist eingeschaltet gewesen, weil das Opfer in Nordrhein-Westfalen wohnt und nur vorübergehend in dem Bordell in Braunschweig gearbeitet hat.
Die 49-Jährige sagte laut Polizei aus, dass sie am Karnevalssonntag, 14. Februar, einen Mann in ihr Zimmer ließ. Dieser hatte vorgegeben, ein Freier zu sein und gegen Bezahlung Liebesdienste in Anspruch nehmen zu wollen. Im Zimmer stürzte er sich aber sofort auf die Frau und schüchterte sie mit körperlichen Misshandlungen ein.
Außerdem 600 Euro und rote Geldbörse gestohlen
Anschließend, so die Ermittler, vergewaltigte der etwa 30-Jährige die Prostituierte mehrmals. "Während der Taten hat er sich und das Opfer mit seinem Handy immer wieder gefilmt. Außerdem hat er mit dem Handy des Opfers eine Sex-Hotline angerufen – offenbar, um sich zu stimulieren", schildert der Polizeisprecher das Vorgehen ungewöhnlich detailliert: "Es ist absonderlich, deshalb erhoffen wir uns durch die öffentliche Darstellung wichtige Zeugenhinweise. Wir gehen davon aus, dass sich der Mann nicht zum ersten Mal so verhalten hat."
Nach zwei Stunden flüchtete der Vergewaltiger, nicht ohne vorher die Frau bestohlen zu haben. Knapp 600 Euro, eine rote Ledergeldbörse und die Krankenversichertenkarte des Opfers nahm er mit.
Der Täter ist nach Angaben der Frau Anfang 30, etwa 1,80 Meter groß und kräftig. Er hat eine sportliche Figur, sehr kurze, dunkelblonde Haare und spricht akzentfrei Hochdeutsch. Am Tattag trug der Mann eine schwarze Wollmütze mit weißem Schriftzug, eine schwarze Stoff-Winterjacke und eine beigefarbene Hose. Auffällig: Der Täter hatte eine großflächige Tätowierung in Form einer Schwinge auf Schulter und Nacken.
Hinweise nimmt der Zentrale Kriminaldienst unter der Rufnummer (0531) 476-2516 entgegen.
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