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Dienstag, 21.09.2010:
Rotlicht-Razzia zur Wiesn: Alles im grünen Bereich
MÜNCHEN Nicht kleckern, klotzen lautete die Devise bei der Münchner Sitte. Und so statteten die Beamten gleich am ersten Wiesnwochenende so ziemlich allen Table-Dance-Bars und Kabaretts im gesamten Stadtgebiet einen Besuch ab. 195 Damen wurden überprüft, nur zwei bekamen eine Anzeige. Fazit der Rotlicht-Razzia: Alles im grünen Bereich in Münchens Rotlichtszene.
Richtig ins Zeug gelegt hatte sich ein Pärchen am Samstagabend in einem Etablissement im Sperrbezirk. Im Separee vergnügten sich die beiden, just in dem Moment, als die Polizei auf der Bildfläche erschien. Volltreffer glaubten die Fahnder zunächst. Doch das Treiben des Pärchens hatte nichts mit illegaler Prostitution zu tun. Im Gegenteil. Die beiden sind verheiratet, wie sich bei der Überprüfung ihrer Personalien schnell herausstellte. Damit war das so urplötzlich unterbrochene Schäferstündchen – juristisch betrachtet – Bestandteil ehelicher Pflichten und somit alles andere als strafbar.
Bis gegen 4.30 Uhr morgens dauerte die Rotlicht-Razzia. 195 Frauen wurden überprüft. Nur bei zweien gab es eine Anzeige, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Die betreffenden Damen konnten keine Pässe vorweisen. Sechs Kolleginnen mussten ihre Schicht kurz unterbrechen, um nach Hause zu fahren, und dort ihre Papiere zu holen.
Obwohl zur Wiesn-Zeit das Geschäft im Milieu eigentlich brummen müsste, ging’s am erste Wochenende in den einschlägigen Table-Dance-Bars und Kabaretts eher ruhig zu. Gerade mal 61 Männer wurden in den verschiedenen Bars überprüft.
Während der Wiesn boomt das Geschäft mit dem käuflichen Sex. Rund 1000 Prostituierte strömen während dem Oktoberfest nach München, schätzt Markus Moser vom Erotikportal rotelaterne.de. In den Etablissements werden zur Wiesn die Kapazitäten erweitert. Leo E. vom Bordell Pascha am Stahlgruberring hat extra Liebeszimmer in nahegelegenen Appartements angemietet – so groß ist die Nachfrage. Etwa 35 Mädels sind zu den „Stoßzeiten“ am Wochenende bei ihm gleichzeitig im Einsatz. Vor allem das Italiener-Wochenende am 25. September sei die „geschäftlich intensivste Zeit des Jahres.“
Doch nicht nur die Bordell-Betreiber wollen am Geschäft mit dem Sex verdienen - auch die Taxler. Das Pascha warnt auf seiner Homepage vor „Kopfgeldprämien“ bis zu 120 Euro. So viel sollen einige Münchner Etablissements an korrupte Taxler bezahlen, damit die ihre Kundschaft zu den eigenen Liebesdamen befördern. Leo E. schimpft: „Am Ende muss natürlich der Kunde die Prämie bezahlen.“
Auch beim Laufhaus Caesars World ist man über die Praxis empört. Dort heißt es: „Es kann nicht sein, dass der korrupte Taxler am Ende mehr Geld verdient als die Mädchen“
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