Einst war Konstanz weit über die Stadtgrenzen hinaus als „Bums-Bonanza“ bekannt. Entscheidend zu diesem Ruf beigetragen hat das Klein Paris. Heute verfällt das einstige Bordell-Gebäude an der Reichenaustraße. Ein Bauantrag liegt der Stadtverwaltung vor, diesen soll eine Firma aus dem Ruhrgebiet eingereicht haben.
Die Fenster sind demoliert, aus den Ritzen zwischen den Pflastersteinen auf dem Parkplatz wuchert das Unkraut, das Gebäude modert vor sich hin. Bereits vor über zwei Jahren ist das Haus mit Grundstück verkauft worden. SÜDKURIER-Informationen zufolge hat es eine Investorengemeinschaft aus Radolfzell erworben. Diese wollte offenbar erst selbst aktiv werden und auf dem Gelände an der Reichenaustraße einen Neubau errichten. Die Käufer haben sich jedoch anders entschieden und das Gebäude weiter angeboten. Recherchen zufolge hat offenbar eine Firma aus dem Ruhrgebiet die Kaufoption.
Sofern sich diese Informationen bestätigen, handelt es sich dabei um ein auf Automatenspielbetriebe spezialisiertes Unternehmen. Es soll Interesse haben, in Konstanz Fuß zu fassen. Als Objekt für eine Spielhalle hat es sich wohl das Klein Paris, genauer gesagt dessen Areal, auserkoren. Der Kauf von der Investorengemeinschaft soll jedoch erst endgültig sein, wenn die Stadtverwaltung den Bauantrag genehmigt. Ein Bescheid steht noch aus. Die Stadt wartet laut Pressesprecher Walter Rügert auf eine Rückmeldung des Landratsamtes, welche Auflagen dieses zum Abbruch noch erteilt.
Ungeklärt bleibt, was mit dem Miniatur-Eiffelturm vor dem Klein Paris geschehen wird. Er ist ein kleines Wahrzeichen von Konstanz und mit ihm verbinden Einheimische wie Besucher das frühere Traditions-Bordell. Sein Anblick erinnert daran, wie umtriebig es in dem Edelpuff zugegangen ist, in dem viele auch ohne erotische Dienstleistungen gerne einen Absacker zu sich genommen haben. Laut SÜDKURIER-Informationen gibt es einige Interessenten für den Eiffelturm. Angeblich soll er aber am Standort erhalten bleiben.