„Seit das Banner dort hängt, ist mein Telefon fast nicht mehr stillgestanden“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister und Ortschaftsrat Thomas Braun. Seiner Erkenntnis nach wurde bei der Stadt eine Nutzungsänderung für einen Motorrad-Club eingereicht, so Braun auf Nachfrage des SÜDKURIER.
„Ja es stimmt. Bei uns wurde eine Nutzungsänderung für einen Motorrad-Club durch den Schlossverwalter eingereicht“, bestätigt Stadtbauamtsleiter Thomas Kuntosch. Andreas Strauch ist Verwalter des Ittendorfer Schlosses. Dieses gehört dem Industriellen Wolfgang Böttger-Hilbert, der seinen Sitz in Berlin hat und Inhaber des Fabrikgebäudes ist. Die Frage, ob die eventuelle Umgestaltung des Fabrikgebäudes zu einem Motorrad-Club auch im Sinne von Böttger-Hilbert oder eine alleinige Entscheidung von Strauch sei, konnte Bauamtsleiter Thomas Kuntosch nicht beantworten.
Der Verwalter habe auch offen gelassen, ob es tatsächlich ein Motorrad-Clubheim oder ein anderes Projekt werde. Darüber sei bei der Stadt nichts bekannt, so Kuntosch. Vergnügungsstätten auf dem ehemaligen Algemarin-Gelände schließt der Bebauungsplan aber aus. Vielmehr weist er ein Mischgebiet aus; das bedeutet, dass sich hier zwar Firmen ansiedeln dürfen, dass das Errichten von Vergnügungsstätten, wie Club, Tanzbar oder Kino, jedoch ausgeschlossen sei, versichert Kuntosch.
Die Stadtverwaltung und die Ittendorfer wundern sich, denn erst vor knapp zwei Monaten war vom Fabrikgebäude-Inhaber ein Abrissgesuch eingereicht worden, das von Ortschaftsrat und Gemeinderat grünes Licht erhielt. Zeitgleich wird das Fabrikgebäude auf einer Immobilienseite für einen Preis von 795 000 Euro und bei Ebay für 741 000 Euro zum Verkauf angeboten. bei Ebay wird das Objekt zur „empfohlenen Nutzung“ als Villa, Mehrfamilienhaus, Einfamilienhaus, Doppelhaus, Reihenhaus, Hotel, Gastronomie, Stellplätze, Gewerbe, Büro, Kleingewerbe, Lager, Einzel- und Großhandel angeboten. Böttger-Hilbert war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.