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Samstag, 04.12.2010:
Hells Angels kontra United Tribuns: Wer hat geschossen?
PFORZHEIM. Was sich vor einer Woche auf dem Pforzheimer Güterbahnhof-Gelände zugetragen hat, gleicht einem US-Krimi. Rund 40 Rocker schlagen sich auf einem Parkplatz mit Macheten und Baseballschlägern, ein Verletzter schwebt in Lebensgefahr – und es fällt ein Schuss. „Jetzt suchen wir mit einer extra eingerichteten Ermittlungsgruppe nach der vermutlich illegalen Schusswaffe größeren Kalibers“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Schick. Es ist nicht bekannt, wo die Waffe ist, und wer damit geschossen hat. Die Kugel schlug in einem abgestellten Lieferwagen ein.
Die Polizei hat zwar nach der Massenschlägerei zwischen der Rockergruppe Hells Angels und der Türsteher-Clique United Tribuns etliche Beteiligte vorläufig festgenommen, doch strafrechtliche Folgen hat das bisher für die Beteiligten keine. Sie schweigen sich über das Geschehene aus.
Von einem Rockerkrieg will man bei den Behörden noch nicht sprechen, auch wenn vor kurzem erst ein anderer Großeinsatz nötig war, als die Rocker des MC Gremium mit einer Schaufahrt durch Pforzheim eine Präsentation ihrer Stärke zeigen wollten – eine Provokation gegenüber den Hells Angels. Zu dieser damals von den Behörden untersagten und verhinderten Fahrt besteht laut Polizei kein Zusammenhang, was die jetzige Schlägerei betrifft. Allerdings war beide Male von einer Rivalität mit den Hells Angels die Rede.
Was das zu bedeuten hat? Eine klare, alles befriedigende Auskunft gibt es nicht. Weder von Seiten der Rocker und Gangs, noch von Seiten der Ermittler. Geht es um die Absteckung von Claims als Basis für Macht und Einfluss und damit eventuell auch um Raum für kriminelle Machenschaften? Geht es um Einkünfte im Türsteher-Geschäft? Um Prostitution oder Drogen? Oder sind es am Ende nur persönliche Animositäten, die in Prügeleien enden, wie das manchmal bei beleidigten, in der Ehre gekränkten Jungs auf dem Schulhof so üblich ist.
Für die Polizei bedeutet das mühsame Ermittlungsarbeit. Anwohner werden befragt, Handzettel verteilt, gesicherte Spuren ausgewertet. Die Polizei hat ihre Streifentätigkeit erhöht. Gleichzeitig sind die Ordnungshüter bemüht, nach außen Ruhe in die Sache zu bringen. Vielleicht hilft das ja auch dabei, unter den Schlägern etwas Ruhe einkehren zu lassen, damit nicht gleich schon wieder der nächste Racheakt fällig wird. Am Ende könnte es nämlich auch Unschuldige treffen, die zufällig in der Schusslinie eines durchgeknallten Schützen stehen.
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