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Montag, 24.05.2010:
Frauenhandel - Prostitution
Schwung´s: "50 Euro für eine Frau aus Rumänien" war für mich der Auslöser, diesen Beitrag zu schreiben.Der Menschenhandel zwecks Prostitution, der Import von menschlichem ‚Frischfleisch‘ aus ehemaligen Ostblockländern, Afrika, Asien, Südamerika oder sonstwo ist nicht nur ein absolutes Verbrechen, er zeigt auch deutlich, dass die Globalisierung, so erstrebenswert sie auch ist, eher der Verbreitung von Brutalkapitalismus dient. Da ist nix mit ‚One World‘. Höchstens zur Kapitalmaximierung, egal um welchen Preis.
Aber wir ach so hochzivilisierten Deutschen sollten uns mal an die eigene Nase fassen. Zuhälterei a´ la Rumänien gibt es auch hier, sogar schon lange. Da redet man nur nicht so gerne drüber.
1973 kam ich als naives, unerfahrenes Sauerländer Kleinstadtlandei nach Düsseldorf. Und landete zufällig in der Prostituiertenszene. Ich lernte diese Frauen nicht als ‚Freier‘, sondern in ihrem Privatleben kennen. Das hat meine Sicht darauf bis heute geprägt. Gottseidank. Da gab es dann Begegnungen wie „Gefällt dir mein Kleid? Hab ich gestern erst geklaut. Mist, ich hab die Tage. Aber französisch geht ja immer.“ Keine intelligente Äußerung. Aber ein deutliches Zeichen für „Mit dem kann und mag man reden.“
Daher weiß ich auch einiges um die Hintergründe. Beispiel: Eltern Alkoholiker. Die Mutter erhängt sich an der Türklinke. Die Tochter kommt ins Heim, reißt aus und gerät an Zuhälter. Da wird sie gefügig gemacht, ‚zugeritten‘, wie es im Jargon heißt.
Danach ein abgesperrtes Zimmer in einem Billigpuff. Nur eine Matratze und eine Rolle Klopapier zum Abwischen. 20 Kunden pro Tag ist ein guter Schnitt. Für eine vierzehnjährige wohl eine Erfahrung, die ich nicht bewerten mag. Das übersteigt mein Fassungsvermögen.
Und das ist nur ein Beispiel. Mir wurde so viel erzählt, was Mädchen aus dem Haus und in die Prostitution getrieben hat. Der freundliche Onkel, der seine Finger nicht bei sich behalten konnte, der Stiefvater, der ‚erzieherisch‘ gerne zur Reitpeitsche griff, undundund.
Und Zuhälter, die gerne freundlich lächelnde Kumpels losschickten. „ Schaut auf die Mädel, die ein wenig abgerissen aussehen, eine Plastiktüte mit Klamotten dabeihaben. Das sind die Ausreißer, die suchen einen Schlafplatz. Und dann haben wir sie.“
Also bitte. Keine Schuldzuweisungen nach außen. Das Böse gedeiht auch hier, vor und -leider auch- hinter unseren Haustüren.
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