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Donnerstag, 23.09.2010:
Falsche Prostituierte und falscher Lohn
Eine falsche Prostituierte und ein Räuber haben in Winterthur einen Freier in eine Sex-Falle gelockt. Allerdings gab es beim Überfall nur Falschgeld sowie Pleiten, Pech und Pannen.
Gauner gegen Gauner, lautete das Motto dieser filmreifen Geschichte aus Winterthur. Auf der einen Seite stand eine junge Winterthurerin, die sich als angebliche Prostituierte ausgab. Jedoch nur, um einen ahnungslosen Freier in eine Sex-Falle zu locken und diesen mit der Hilfe von zwei Komplizen auszurauben.
Im Oktober 2008 war es soweit. Die falsche Prostituierte lernte im Internet einen Kunden kennen und bot diesem für 3000 Franken eine heisse Liebesnacht in Winterthur an. Zuerst sollte man sich beim Winterthurer Bahnhof „Hegi“ treffen, um sich anschliessend in das Liebesnest der Dame zurückzuziehen.
Freier brutal überfallen
Am 14. Oktober war es soweit. Ein heute 25-jähriger Italiener und sein albanischer Kumpel legten sich am Abend beim Treffpunkt auf die Lauer. Um 20 Uhr tauchte tatsächlich der erwartete Freier mit einem blauen Personenwagen auf. Der heute 44-jährige Geschädigte erlebte eine böse Überraschung. Anstelle einer attraktiven Frau nahmen ihn die beiden gedungenen Schläger in Empfang. Das Opfer wurde von den Angreifern ins Gesicht geschlagen und danach zu Boden gerissen. Kurz darauf durchsuchte das Räuberduo das Auto und riss neben einem Navigationsgerät ein Couvert mit den vereinbarten 3000 Franken an sich.
Auch das Opfer ein Gauner
Kurz darauf trafen die Räuber die Auftraggeberin an ihrem Wohnort. Als man die Beute für schöne Ferien redlich teilen wollte, folgte die zweite böse Überraschung. Die 3000 Franken waren wertlose Blüten. Es kam heraus, dass auch das Opfer ein abgebrühter Gauner war. So wollte der aus Dietikon stammende Freier seine Liebesdienerin übers Ohr hauen und mit Falschgeld abspeisen. Am nächsten Tag kam es für die betrogenen Räuber noch schlimmer. Sie wurden von der Polizei festgenommen.
Zwölf Monate bedingt bestätigt
Das Bezirksgericht Winterthur hat den italienischen Täter bereits im letzten Frühjahr wegen Raubes, des Diebstahls von 20 Autopneus für 4000 Franken sowie Hausfriedensbruchs zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Am Mittwoch wurde die Sanktion am Zürcher Obergericht bestätigt. Obwohl es bei den zwei Nebendelikten mangels Beweisen neu zu Freisprüchen kam. Der eingestandene Raubüberfall wiege alleine für sich schon schwer genug, befanden die Oberrichter und sahen deshalb keinen Raum für eine Strafsenkung. Immerhin wurden die Berufungskosten auf die Gerichtskasse genommen.
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