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Donnerstag, 22.12.2011:

Ex-Vereinschef geriet auf die schiefe Bahn

57-Jähriger wegen Kokainhandels und Waffendelikten verurteilt.


Vor sieben Jahren geriet ein bis dahin gut beleumundeter Freiburger und früherer Vorsitzende eines großen Freiburger Vereins auf die schiefe Bahn. Er war an falsche Freunde geraten. Unerlaubtes Glücksspiel begann ihn zu faszinieren, dazu kam der Konsum von Kokain. Das hat dem 57- Jährigen eine Anzeige wegen Kokainhandels und unerlaubten Waffenbesitzes eingebracht. Das Amtsgericht hat den geständigen Angeklagten zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und zur Zahlung von 3000 Euro verurteilt.

Der schwer herzkranke Mann meinte am Ende der Verhandlung: "Ich bin froh, dass die ganze Sache jetzt vorbei ist. Ich habe mich in einer kriminellen Szene bewegt und bin durch das Kokain ein anderer Mensch geworden. Ich bin dem Anzeigeerstatter eigentlich dankbar, denn anders wäre ich noch tiefer hineingerutscht und heute vielleicht tot."

Der Maschinenbautechniker, der weltweit unterwegs war und nicht schlecht verdiente, lernte während der Übertragungen der Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2006 im Eschholzpark eine Afrikanerin kennen. Anfangs wusste er nicht, dass sie der Prostitution nachging. Über sie lernte er einen Mann kennen, der in Freiburg illegales Glücksspiel betrieb und mit Kokain handelte. Was ihn 2006 an dessen Spieltisch und zum Kokain brachte, ist ihm zwischenzeitlich klar geworden: Er befand sich damals in einer Lebenskrise und hatte Depressionen.

2007 begann er eine Psychotherapie, ließ das Koksen aber nicht sein. Seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft geht er regelmäßig zur Drogenberatung. Eine Haaranalyse beweist, dass er seit zehn Monaten keine illegalen Drogen mehr genommen hat.

Kokain ist teuer, kostete rund 60 Euro pro Gramm. Und wer von dem weißen Pulver am Tag bis zu drei Gramm durch die Nase zieht, kommt mit seinem normalen Einkommen meist nicht mehr aus. So erging es auch dem süchtigen Angeklagten zwischen 2006 und seiner Festnahme im September 2010. Nach einem Rechtsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwältin und Verteidiger wurden alle Anklagepunkte eingestellt, in denen er jeweils ein bis zwei Gramm Kokain an den Mann verkauft haben soll, der ihn im Herbst 2010 bei der Polizei angeschwärzt hat.

Verurteilt wurde der 57-Jährige am Ende dafür, dass er mehrfach zehn und fünfzig Gramm Kokain nicht nur zum Selbstkonsum an- und weiterverkauft hatte. Die in seiner Wohnung von der Polizei gefundenen scharfen Waffen will er eine Woche vor der Hausdurchsuchung von dem Mann, der ihn bei der Polizei angezeigt hat, als Pfand für einen 500 Euro Kredit erhalten haben.

Milde Haftstrafe für den Drogenwirt

Geständnis wirkt sich für Kronzeugen positiv aus.

 

 

Als freier, aber nicht freigesprochener Kokainhändler konnte gestern Abend ein 47-jähriger Gastronom aus Freiburg- Hochdorf das Landgericht Freiburg verlassen. Für einen einjährigen Ausflug in den Kokainhandel hat die Zweite Große Strafkammer den geständigen Angeklagten zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt. Darüber hinaus hat sie den Verfall von 30 000 Euro aus den acht Drogenverkäufen angeordnet. Der Vollzug des Haftbefehls ist vom Gericht nach knapp siebenmonatiger Untersuchungshaft, wie vom Staatsanwalt beantragt, mit Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt worden.

Der Angeklagte hat gestern sein Geständnis wiederholt, das er schon kurz nach seiner Festnahme am 10. November 2010 bei der Polizei abgelegt hatte. Das Urteil geht davon aus, dass er 2010 mit rund 2,1 Kilo Kokain handelte.

Der gelernte Elektriker, der mehrere Terminwohnungen und ein Hotel im Stadtteil Hochdorf betreibt, war Ende 2009 mit der Hoffnung aufs schnelle große Geld ins Drogengeschäft eingestiegen. Innerhalb eines Jahres baute er sich einen Stamm von Abnehmern auf. Beliefert wurde er von einem derzeit flüchtigen Albaner und einem Polen. Polen hat die Auslieferung ihres Staatsbürgers an die deutschen Behörden abgelehnt. Ihm wird dort der Prozess gemacht werden.

Im April 2010 führte die Telefon-Überwachung eines Drogenhändlers auf die Spur des Hoteliers. Fortan wurden auch seine Anschlüsse überwacht. Als sich der Verdacht erhärtete, dass er mit Kokain handelte, wurde ein verdeckter Ermittler eingesetzt. Der tätigte einige Probekäufe. Schließlich sollte der Angeklagte ein Kilo Kokain 50 000 Euro liefern. Am 10. November 2010 schnappte die Falle zu. Eine Spezialeinheit nahm den Angeklagten und den Überbringer des Kokains vor dem Hotel fest.

Zu Gunsten des Angeklagten wertete das Gericht sein frühes Geständnis und die Tatsache, dass er als Kronzeuge die Namen von Lieferanten und Abnehmern genannt hatte. Der Ankläger hatte drei Jahre und zehn Monate, der Verteidiger angesichts der Aufklärungshilfe eine Bewährungsstrafe gefordert.



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