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Freitag, 14.01.2011:
Ex-„Pate“ wieder vor Gericht
Am Montag muss der ehemalige Kölner Rotlicht-Pate Bülent B. wieder auf der Anklagebank Platz nehmen. Die Unterweltgröße der 90er muss sich unter anderem wegen räuberischer Erpressung, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Urkundenfälschung verantworten.
Köln - Gerichtssäle sind ihm nicht fremd, und auf der Anklagebank hat der 40-Jährige auch schon mehrmals gesessen: Am Montag muss der ehemalige Kölner Rotlicht-Pate Bülent B. wieder auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Unterweltgröße der 90er Jahre werden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz in zwölf Fällen, räuberische Erpressung, Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und schwere Urkundenfälschung vorgeworfen. Bülent B. sitzt seit März 2010 in Untersuchungshaft, und es wäre eine faustdicke Überraschung, sollte er den Gerichtssaal nach 14 Verhandlungstagen als freier Mann verlassen. Dass Bülent B. bei Auseinandersetzungen mit Kontrahenten nicht zimperlich ist, belegen zahlreiche Zeugenaussagen vor Gericht in den vergangenen Jahren. Auch diesmal soll der Ex-Pate seinem Opfer übel mitgespielt haben. Er soll zusammen mit einem Komplizen an Weihnachten 2008 in Venlo einen Abnehmer von Marihuana durch Drohungen und Schläge eingeschüchtert und von ihm ein „Strafgeld“ von fast 70 000 Euro verlangt haben. Bei der Zusammenarbeit mit dem Abnehmer soll es aus Sicht von Bülent B. zu schwerwiegenden Differenzen gekommen sein. Näheres zu den Hintergründen soll im Gerichtsprozess geklärt werden.
Neben den mutmaßlichen kriminellen Machenschaften mit Marihuana soll B. einen florierenden Schwarzmarkt mit Dopingmittel im In- und Ausland betrieben haben. Dabei sollen größere Mengen Anabolika umgesetzt worden sein.
Angeklagt ist auch ein Fall von räuberischer Erpressung. Im Frühjahr 2009 soll B. mit einem Mittäter von dem Opfer nach einem fehlgeschlagenen Geschäft mit nordkoreanischen Bargeld die Erstattung von 120 000 Euro verlangt haben. B. und sein Komplize sollen mit Strangulation und der Vergewaltigung von Frau und Tochter gedroht haben, wenn sie das Geld nicht bekämen. Das Opfer soll 9000 Euro gezahlt und ihnen eine Uhr und ein Auto ausgehändigt haben.
Dem Ex-Rotlichtkönig wird ferner vorgeworfen, er habe bei der Kreissparkasse Köln für die Erlangung einer Immobilienfinanzierung gefälschte Gehaltsbescheinigungen seines Arbeitgebers vorgelegt. In den Papieren soll B. den Kreissparkasse-Mitarbeitern vorgegaukelt haben, dass er 3800 Euro brutto verdiene statt 1600 Euro. Daraufhin sollen über 490 000 Euro als Darlehen an die ehemalige Unterweltgröße ausgezahlt worden sein, heißt es in der Anklage.
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