Der frühere Betreiber eines ehemaligen „FKK-Clubs“ in der Würzburger Straße muss am Dienstag wegen des Vorwurfs fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht Bad Kissingen erscheinen. Für seine Verteidigung ist unter anderem einer der bekanntesten Anwälte Deutschlands benannt, der mittlerweile 87-jährige Rolf Bossi aus München.
Der Club wurde im Oktober 2007 nach einer Polizeirazzia geschlossen, der Betreiber und seine Lebensgefährtin wegen des Verdachts auf Menschenhandel in Untersuchungshaft genommen (wir berichteten). Anlass war die Aussage einer im Club beschäftigten Prostituierten, sie sei von den beiden mit Gewalt gezwungen worden, weiterhin der Prostitution nachzugehen, so die damalige Auskunft des Leitenden Oberstaatsanwalts Rainer Vogt.
Dieser Vorwurf wurde in der Folge allerdings fallen gelassen, da die Hauptbelastungszeugin, eine Frau aus Osteuropa, verschwand. Für die Justizbehörden blieb nach über drei Jahren Ermittlungszeit in dieser Sache schließlich nur noch der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung übrig. Der Betreiber des Clubs soll dabei einen Elektroschocker benutzt haben.
Wie aus Justizkreisen zu erfahren war, will der Angeklagte in Bezug auf einen gegen ihn verhängten Strafbefehl „in saftiger Höhe“ eine Herabsetzung der Geldstrafe erwirken. Der Club wurde seit der Schließung nicht mehr wiedereröffnet. Der Angeklagte lebt heute im Landkreis Rhön-Grabfeld. Er hat ein Buch veröffentlicht über Erfolg bei Frauen.