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Dienstag, 06.04.2010:

"Coca Cola verhindert eine Schwangerschaft"

Das Gerücht existiert fast so lange, wie es die braune Brause gibt: Angeblich tötet Coca Cola Spermien ab. Eignet sie sich deshalb als Verhütungungsmittel?

Zunächst einmal die Antwort klar und deutlich vorweg: Nein, Coca Cola, egal ob als Scheidenspülung oder anders angewendet, kann nicht vor einer Schwangerschaft schützen!

Um Cola ranken sich viele Gerüchte

Der weltweit erfolgreichen Limonade werden diverse Wirkungen nachgesagt: So soll sich zum Beispiel ein Steak vollständig auflösen, wenn man es einen Tag lang in Cola legt. Und in Kombination mit Bonbons der Marke Mentos soll die Einnahme des Softdrinks angeblich sogar lebensbedrohlich sein. Aber keine Angst: An diesen und den meisten anderen Gerüchten rund um die braune Zuckerbrause ist nichts dran.

Wissenschaftliches Experiment

Die Sache mit der Verhütung versetzte allerdings sogar die Wissenschaft in Aufruhr: In den 1980er-Jahren untersuchte die US-Medizinerin Deborah Anderson, ob Cola Samenzellen abtöten kann. Dazu mischte sie mehrere Sorten der Limo in Reagenzgläsern mit frischem Sperma. Besonders Cola light erwies sich in den Versuchen als regelrechter Killer: Schon nach einer Minute waren alle Spermien tot. Mit anderen Varianten des Getränks klappte das Experiment auch, aber nicht ganz so schnell. Anderson führte die spermizidähnliche Wirkung auf die in Cola enthaltenen Stoffe Sodium, Bicarbonat und Fruchtsäure zurück.

IgNobel-Preis für Spermien-Studie

Die Studie wurde damals im renommierten "New England Journal of Medicine" veröffentlicht. Jahrzehnte später, im Herbst 2008, erhielt Anderson für ihre Studie den IgNobel-Preis für Chemie. Die Auszeichnung - der Name stammt von "ignobel", was soviel wie "unehrenhaft" bedeutet - wird an Forscher verliehen, die unsinnige Dinge herausfinden.

Gegensätzliche Ergebnisse

Ironischerweise musste sich Anderson ihren Preis mit einem Wissenschaftlerteam von der Medizinischen Universität Taipeh teilen: Es hatte die gleiche Cola-Fragestellung untersucht - war aber zu einem anderen Ergebnis gekommen. Nach Beobachtungen der Taiwanesen taugten weder Coca Cola noch Pepsi als Spermizid.

Wissenschaftliche Warnung

Anderson muss man zugute halten, dass sie bereits nach Bekanntwerden ihrer Forschungsresultate vor mehr als 20 Jahren eindringlich vor der Verwendung von Cola als Schwangerschaftsverhütung warnte. Auch nach der Verleihung des IgNobel-Preises äußerte sich die Gynäkologin, die heute an der Harvard Medical School in Boston arbeitet, entsprechend: Spermien könnten in Sekunden im Gebärmutterhals verschwinden, also schneller, als man eine Flasche Cola light schütteln könne, so die Forscherin. Damit seien die Samenzellen flugs außer Reichweite einer Scheidenspülung.

Ebenso unwirksam wie Coitus interruptus

Und noch etwas muss man beachten: Tödlich wirkte Cola Light auf Spermien nur, wenn diese direkt darin "gebadet" wurden. Fazit: Vergessen Sie bitte alle Gerüchte zum Thema "Verhüten mit Coca Cola". Um eine Schwangerschaft zu verhindern, taugt diese Methode nämlich genauso gut, wie der Coitus interruptus - nämlich gar nicht.



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