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Donnerstag, 23.12.2010:
Bandidos und Kokain kosten Polizisten die Karriere
Essen. Es geht um verratene Dienstgeheimnisse, kriminellen Drogen-Besitz, „Bandidos“-Kontakte und damit für einen Essener Polizisten mittlerweile um Alles: Das Essener Amtsgericht schickte ihm nun den Strafbefehl.
Es geht um verratene Dienstgeheimnisse, kriminellen Drogen-Besitz, „Bandidos“-Kontakte und damit für einen Essener Polizisten mittlerweile um Alles: Ein paar Gramm Rauschgift, ein paar illegal weitergegebene Informationen aus dem behördeninternen Datennetz könnten dem 39-Jährigen Beamten aus der Inspektion Nord am Ende den Job kosten. Der Mann steht womöglich vor dem Ende seiner beruflichen Karriere – für acht Portionen Kokain.
Vor wenigen Tagen flatterte dem Staatsdiener auf Abwegen Post des Amtsgerichts Essen ins Haus, die für eine festliche Stimmung kaum taugt: Darin fand der Mann einen Strafbefehl der Justiz über 150 Tagessätze zu je 30 Euro. Nimmt er ihn an, wäre er vorbestraft.
Bereits im Mai vom
Dienst suspendiert
Damit haben monatelange Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ein vorläufiges Ende gefunden, nachdem der Beamte im Mai vom Dienst suspendiert und vorläufig festgenommen worden war unter dem Verdacht, womöglich mit Rockern unter einer Decke zu stecken.
Die Vermutungen haben sich bestätigt, wenn auch nicht in dem Umfang wie zunächst angenommen, sagte Oberstaatsanwalt Willi Kassenböhmer jetzt auf NRZ-Anfrage. Was unterm Strich bleibt, ist für einen Ordnungshüter dennoch nicht ohne: Dem Polizisten wird der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln in acht Fällen zur Last gelegt. So soll der Mann Kokain in Eigenbedarfsmengen von je einem Gramm bei einem Betreiber einer Gaststätte eines Krayer Tennisclubs eingekauft haben, sagt Kassenböhmer.
Darüber hinaus, so die Staatsanwaltschaft, habe er in vier Fällen Dienstgeheimnisse verraten. So informierte er einen Bekannten rechtzeitig über einen vorliegenden Haftbefehl: „Kümmer dich drum, sonst muss ich dich festnehmen.“
Zugang zum Datennetz
der Behörde missbraucht
Zudem habe er seinen Zugang zum Datennetz der Polizei missbraucht, etwa um an die Halter-Daten von Autofahrern zu kommen und sie weiterzugeben. Nähere Details wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen. Über den Wirt des Vereinslokals habe es die vermuteten Kontakte des Beamten zu den Bandidos gegeben. So habe der Kneipier einen Koch eingestellt, der den Polizisten persönlich kannte. Der 39-Jährige soll inzwischen über seinen Anwalt signalisiert haben, den Strafbefehl annehmen zu wollen. Damit wäre er vorbestraft. Ein disziplinarrechtliches Verfahren „mit dem Ziel der Entlassung“ sei eingeleitet, sagte Polizeisprecher Ulrich Faßbender. Ob es so weit kommt, sei aber noch offen.
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