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Mittwoch, 14.04.2010:
Badische Zeitung / Das Sexgewerbe floriert am Zubringer Süd
Wohnwagen an Wohnwagen: Am Autobahnzubringer Süd taten früher vier Huren ihren Dienst – jetzt sind es fast doppelt so viele. Das ist umso erstaunlicher, als dort neulich ein Prostituierten-Camper in Flammen aufging.
Sieben Wohnmobile parken an der B 31 zwischen Erdbeer- und Blumenfeld. Lange Zeit waren es nur vier. Mitte Februar war ein Wohnmobil nachts angezündet worden und ausgebrannt, niemand war drin, niemand wurde verletzt. Die Polizei hat den Fall noch nicht geklärt. Höchstwahrscheinlich war es Brandstiftung, ergaben die Ermittlungen der Polizei. Täter oder Motiv sind noch unbekannt: "Eine heiße Spur haben wir nicht", sagt Polizeisprecher Ulrich Brecht. Was nach einem Zeugenaufruf an Hinweisen kam, war dünn. Doch die Polizei bleibe dran.
"Wir wollen wissen, was dahinter steckt." Es könnte sich etwa um Rivalität oder einen verschmähten Liebhaber handeln. "Unter Umständen geht weitere Gefahr aus." Doch in der Vergangenheit sei dort alles ruhig gewesen: "Der Brand war die absolute Ausnahme."
Dem Geschäft hat es nicht geschadet
Dennoch: Haben die Frauen jetzt keine Angst auf dem Parkplatz? Oder haben sie sich zu mehreren zusammengetan, um in der Gemeinschaft sicherer zu sein? Weder noch, erklärt eine junge Frau, die in einem der Camper sitzt. Da arbeite sie schon länger, wie auch drei andere. "Um Weihnachten kamen drei neue, warum weiß ich nicht." Mit den Frauen hätten sie nichts zu tun. Es war eines der neuen Wohnmobile, das gebrannt hat, sagt sie. Und: "Keine gute Werbung."
Dem Geschäft scheint’s nicht geschadet zu haben, schon am frühen Abend ist was los. Der Platz an der Ausfallstraße ist gut, sagt die 26-Jährige, deren Wagen in Brand gesteckt worden war. Der war versichert, die Lettin hat jetzt einen anderen. Und keine Angst, sagt sie. Findet sie es trotzdem besser, je mehr Kolleginnen da sind? "Nein, das ist ja Konkurrenz", sagt sie und lächelt. Doch dass der Brand damit zu tun hat, glaubt sie nicht. "Es fahren viele Leute hier durch, Kunden und andere...". Die 26-Jährige schüttelt den Kopf.
Stadt sieht keinen Handlungsbedarf
Auch die Polizei kommt regelmäßig vorbei und spricht mit den Frauen. Den Standort gibt es seit langem. Als vor drei Jahren auf dem nahen Park-and-Ride-Platz weitere Wagen von Prostituierten parkten, hatte es verstärkt Beschwerden gegeben – von Radfahrern und Eltern, die nicht wollten, dass ihre Kinder die Laster-Wagen sehen. Doch weil es nie Probleme gab, tolerierte die Stadt die Camper.
Auch nach der jetzigen Vermehrung sieht sie keinen Handlungsbedarf: "Es gib keinerlei Beschwerden oder auffälliges Verhalten, so dass das Ordnungsamt einschreiten müsste", sagt Stadtsprecherin Petra Zinthäfner. Auch verstoßen die Prostituierten nicht gegen Bestimmungen wie etwa das Freiburger Bordellkonzept. Das erlaubt zwar nur die Puffs an der Wiesental-, der Tulla- und Heinrich-von-Stephan-Straße, kümmert sich aber gar nicht um Wohnmobile. Ähnlich verhält es sich mit einer Stand- oder einer Tätigkeitsgenehmigung. Weil Prostitution nicht als Gewerbe anerkannt ist, muss auch kein Gewerbe angemeldet werden.
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