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Dienstag, 21.09.2010:
Am Wochenende verschwand schon wieder ein Mädchen vom Straßenstrich.
Unfassbare Messerattacke eines erst 15-Jährigen auf ein Escort-Mädchen. Mehrere Morde an Prostituierten. Und jetzt auch noch das: Seit dem Wochenende wird eine junge Bulgarin vom Straßenstrich in der Felberstraße vermisst. Sie ist zu einem Freier ins Auto gestiegen, aber nicht wie vereinbart zurückgekommen. In der Szene, aber auch bei der Polizei rechnet man mit dem Schlimmsten.
"Machen tot", fürchten Kolleginnen der Vermissten, dass sie das Schicksal von Gerti Bachner (1987), Katerina Vavrova (2007) und Petyka Filkova (2010) erlitten haben könnte: Die Prostituierten sind vom Wiener Strich verschwunden und in NÖ ermordet worden. Die nun gesuchte, als eher klein und dicklich beschriebene Frau hat sich mit sieben Roma-Mädchen aus Südbulgarien sozusagen das Eck Kröllgasse und Felberstraße "geteilt". Dort ist sie am Samstag gegen zwei Uhr der Früh mit einem Kunden weggefahren; und seither ist zumindest ihr Handy tot.
"Ich hab die Mädls beruhigt und den Kontakt zur Polizei hergestellt", sagt ein Anrainer, der sich um die Prostituierten im Grätzl kümmert. "Alle haben jetzt Angst", weiß der Mann, der auch schon einen Internet-Aufruf gestartet hat. Bei der Polizei wird betont, dass es vorerst "nur ein Abgängigkeitsfall" sei - in dem aber bereits die Mordkommission die Ermittlungen führt.
Angst herrscht auch in einem anderen Zweig des Geschäfts mit der käuflichen Liebe: Im Escort-Bereich. "Es kursiert das Gerücht, dass das Messerattentat in Favoriten von drei Tätern verübt wurde und zwei geflüchtet sind", weiß Christian Knoppik von einer Erotik Plattform.
Er betreut Prostituierte und versucht, den Irrtum aufzuklären: "Eine Verwechslung, weil der Täter in Favoriten anfänglich behauptet hat, es hätten drei eingebrochen."
Mit dieser Ausrede hat ein erst 15-Jähriger - wie berichtet - versucht, die Polizei auf eine falsche Fährte zu locken. Tatsächlich soll er ein 24-jähriges Escort-Mädchen am Samstag nur zu einem Zweck in die Wohnung seiner Mutter bestellt haben: um es zu ermorden.
Der Anwalt des Buben erklärte der APA heikle Hintergründe: Der Bursch sei früher in der Familie beschuldigt worden, exorbitante Telefonrechnungen mit Anrufen bei Sex-Hotlines angehäuft zu haben. Tatsächlich wäre aber der Vater der Verursacher gewesen, weswegen auch die Ehe der Eltern in Brüche ging. Laut Anwalt hätte der 15-Jährige mit der Frau "nur schimpfen wollen", dann sei aber die Situation eskaliert. Die Polizei sagt hingegen, der Verdächtige habe den Mordplan samt "Huren-Hass" im Beisein des Anwalts gestanden.
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