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Donnerstag, 25.11.2010:
Als Motiv gab der Angeklagte die große Liebe zu einer Prostituierten an
Villingen-Schwenningen - Vor dem Landgericht Konstanz wird seit gestern ein Raubüberfall auf den Prohoga-Großmarkt in Schwenningen aufgearbeitet. Als Haupttäter ist ein 30-jähriger Mann aus Donaueschingen angeklagt.
Bei dem Überfall wurden 12 000 Euro erbeutet und drei Personen verletzt. Ein 23-jähriger Cousin des Angeklagten muss sich unter anderem wegen Beihilfe zu der Tat vor Gericht verantworten.
Der 30-jährige Angeklagte hatte den Überfall bereits bei der Polizei eingeräumt. Gestern gab er als Motiv die große Liebe zu einer Prostituierten an. Er habe sie aus dem Milieu holen wollen und sogar noch bei Verwandten Geld geliehen. Die Frau habe ihm ihre Liebe erklärt, ihm täglich SMS geschickt und ihn immer wieder treffen wollen, berichtete er.
Als sie ihm eröffnet habe, dass sie von ihm schwanger sei, habe er alles getan, um sie von der Prostitution abzubringen. Denn er habe den Gedanken nicht ertragen, dass sie in diesem Zustand mit anderen Männern verkehrte. Doch die Frau habe ihm erklärt, sie werde von ihrem Zuhälter unter Druck gesetzt. Er sei völlig verzweifelt gewesen.
Ungeladene Luftdruckpistole mitgenommen
Nach einem Einkauf mit zwei Cousins in dem Lebensmittelgroßmarkt fiel ihm auf, dass es einfach sein müsse, sich aus einer der angeblich unbewachten Kassen zu bedienen. Deshalb habe er sich am frühen Abend das Motorrad seines 23-jährigen Cousins ausgeliehen und sei nach Schwenningen gefahren. Dort habe er das Kennzeichen verdeckt, sich mit einem Tuch und einer Schildmütze maskiert und die ungeladene Luftdruckpistole mitgenommen. Die Waffe habe er nur zur Abschreckung mitgenommen, und "damit ich ernst genommen werde", behauptete er.
Nachdem er bereits etliche 50-Euro-Scheine aus einer der Kassen genommen hatte, habe eine Angestellte gefragt: "Soll das ein Überfall sein?" Als sie ihm die Scheine aus der Hand reißen wollte, schlug er ihr die Pistole auf den Kopf. Die Frau erlitt eine Kopfprellung und eine Platzwunde, die genäht werden musste. Einer zweiten Angestellten schlug er das Telefon aus der Hand, mit dem sie gerade die Polizei rufen wollte, und eine dritte rannte er beim Hinausrennen um.
Seiner Angebeteten übergab er später 4000 Euro aus der Beute. Zwei Wochen nach der Tat wurde er festgenommen.
Eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit des Angeklagten zur Tatzeit schloss ein Sachverständiger gestern aus. Sein 23-jähriger Cousin, der ihm das Motorrad geliehen hatte, bestritt jegliche Tatbeteiligung. Ihm hatte der Hauptangeklagte 1000 Euro aus der Beute überlassen, weil das Motorrad, das er angeblich mit Schlüssel und Helm einfach bei Schwenningen hatte stehen lassen, nie wieder aufgetaucht war.
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