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Montag, 20.06.2011:
"Airport" Freiburg: Neuer Eigentümer kommt aus der Rotlichtbranche
Im September kommt der Papst auf den Freiburger Flugplatz – und jetzt das: Der Eigentümer mehrerer Erotik- und Bordellbetriebe will dort das "Airport"-Restaurant übernehmen. Was hat er damit vor?
Zwei Pächter der Flugplatz-Gastronomie sind zuletzt nacheinander am Objekt gescheitert. Insider sagen, es habe an der hohen Pacht von 3500 bis 4000 Euro netto gelegen, die nicht zu erwirtschaften war. Der bisherige Eigentümer hat verkauft, am Flugplatz kreisten schnell Name und Tätigkeit des neuen Besitzers. Berthold Lorenz führt den neuen FKK-Palast an der Tullastraße (ehemals Studio 79), ein Bordellbetrieb, und das Eros "Na und" in Villingen-Schwenningen. Am Flugplatz plant er nichts, was nicht anständig wäre: Ein normales Hotel mit etwa acht Zimmern soll das "Airport" werden plus Restaurant. Es sei überhaupt nicht an ein Etablissement gedacht, erklärt Lorenz: "Der FKK-Palast ist wirklich groß genug".
Am Flugplatz sind die Flieger jedoch skeptisch. Ohnehin muss die Stadt als Eigentümerin des Erbpachtgrundstücks erst dem Verkaufsdeal zustimmen. Ohnehin wäre aus baurechtlichen Gründen an der Stelle keine – wie es im Verwaltungsdeutsch heißt – "bordellähnliche Einrichtung" zugelassen, nicht einmal Wohnungen. Die Stadt prüft derzeit alle Möglichkeit, zumal sie das Vorkaufsrecht hat. Die Prüfung werde voraussichtlich acht Wochen dauern, so Stadtsprecherin Martina Schickle.
Flieger sind skeptisch
Der neue Besitzer sei in Begleitung mehrerer Damen bereits vor Ort gesichtet worden, wird aus Fliegerkreisen berichtet. Der Geschäftsführer der städtischen Tochter Flugplatz GmbH, Gerhard Meier, warnt jedenfalls, dass jede Art von Rotlicht-Betrieb dem Flugplatz schaden würde: "Gerade am Wochenende kommen immer auch immer viele Familien auf den Platz". Deswegen schaue man mit Argusaugen darauf, was am und mit dem "Airport" passiere. Das Gebäude liegt direkt am Tower des Landesplatzes. Dass es weiter ein Restaurant gebe, sei für den Flugplatz unverzichtbar: "Es gibt keinen Flugplatz ohne Gastronomie", sagt Meier.
Skeptisch gibt sich Udo Harter, Chef der FFH Flugschule und direkter Nachbar des "Airport". Was, wenn dort doch ein Konzept umgesetzt wird, das nicht den Vorschriften entspricht und den Begriff Verkehrslandesplatz auf eine ganz neue Art interpretiert? Was ist, wenn das Hotel nur als Tarnung dient? "Bis es richtig auffällt, hätte sich der Kaufpreis dann vielleicht schon amortisiert", so Harter. Freiburg könne schnell deutschlandweit zur Lachnummer werden: "Mit dem einzigen Flugplatz mit angeschlossenem Bordell."
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