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Freitag, 18.11.2011:
Abgeordnete sollen Puff besuchen
Wenn das mal kein heißes Angebot ist: Weil der Bundesrat eine Verschärfung der Bordell-Regeln angestoßen hat, sollen sich Abgeordnete des Bundestages nun selbst ein Bild von der Lage machen – in einem „Liebestempel“ in Berlin.
Geht es nach dem Verband Erotik Gewerbe, dann besuchen Abgeordnete des Bundestages demnächst ein Edelbordell in Berlin. Dem Vorsitzenden des Rechtausschusses, Siegfried Kauder, liegt eine entsprechende Einladung vor, heißt es in der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag. Die Mitglieder des Ausschusses würden damit ins „Agentur Liberty“ eingeladen.
Das Bordell wirbt auf seiner Homepage damit, ein „superschicker Liebestempel“ zu sein, „eine romantische Liebeswelt auf zwei Etagen“. Hintergrund der ungewöhnlichen Einladung sind Pläne der Politik, die Regeln für Bordelle zu verschärfen. Der Bundesrat hatte eine solche Initiative im Februar angestoßen; dabei geht es unter anderem um ein Verbot von sogenannten „Flatrate-Bordellen“, eine Kondompflicht und eine Meldepflicht für Prostituierte.
„Klinikspiele“ und „Sadomaso-Studio“
Der Bundestag müsste einem solchen Gesetz zustimmen. In dem Schreiben werden die Mitglieder des Rechtsausschusses laut „Bild“ nun aufgefordert, „sich selbst ein Bild von der Lage zu machen“. Im Bordell gebe es 15 unterschiedlich eingerichtete Zimmer, darunter ein „Sadomaso-Studio“ und ein Raum für „Klinikspiele“.
„Nimm Dir die Zeit zu träumen, es ist der Weg zu den Sternen“, wirbt „Agentur Liberty“ im Internet. Besonders begeistert scheinen die Abgeordneten von der Einladung allerdings nicht zu sein. Laut „Bild“ hat sich bisher keiner von ihnen für einen Besuch angemeldet.
Update:
Erste Politiker nehmen Einladung des Erotik-Gewerbe-Verbandes an
Ja, wir besuchen das Edel-Bordell!
Sie kommen: Erste Politiker des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages nehmen die schriftliche Einladung zur Besichtigung eines Berliner Bordells an, wollen mit den Prostituierten des Edelpuffs „Agentur Liberty“ sprechen!
Rechtsexperte Sebastian Edathy (SPD) zu BILD.de: „Es ist alles andere als anrüchig, wenn Berufsprostituierte gegenüber Parlamentariern ihre Meinung äußern wollen.“
Auch der Rechtsexperte Manuel Höferlin (FDP) stellte eine Teilnahme an der Bordellbesichtigung in Aussicht: „Selbstverständlich sind wir als Politiker verpflichtet, uns ein Bild vor Ort zu machen. Ich wäre bei Bedarf dabei.“
Offen ist, ob auch Ausschuss-Chef Siegfried Kauder (CDU) mitkommt.
Der Verband Erotik Gewerbe Deutschland hatte den Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages „zur Besichtigung einer Prostitutionsstätte“ eingeladen. Die Abgeordneten sollten „sich selbst ein Bild“ von den Arbeitsbedingungen vor Ort machen. (jan/pro)
http://www.bild.de/politik/inland/bundestag/politiker-nehmen-einladung-in-berliner-edel-bordell-an-21079460.bild.html
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